Fragen
Wie lange kann es dauern, bis ich wie Christina Aguilera singen kann bzw. stimmliche Fortschritte mache?
Ja – so eine Anfrage hatte ich tatsächlich einmal. Nur um endlich Klarheit zu schaffen: Solche Stimmen sind nicht das Produkt eines Gesangsunterrichts. Das heißt nicht, das Leute wie Mariah Carey und Christina A. nicht auch Unterricht etc. hatten, ganz sicher sogar, aber sie haben schon sehr, sehr viel an Talent und Stimme mitbekommen und von Kindheit an (auch vor Publikum) gesungen. Jemand der nicht so eine gute stimmliche Ausgangssituation hat, müsste jahrelang intensiv trainieren um an diese Leute ranzukommen. Das ist leider die Realität. Trotzdem ist es möglich mit Geduld, Fleiß und dem richtigen Training, seine persönlichen stimmlichen Möglichkeiten auszuweiten und zu verbessern. Nach einigen Monaten halbwegs regelmäßigen Unterrichts sollte sich aber schon eine (kleine) Verbesserung der Stimme einstellen. Nach ca. 1 – 1 1/2 Jahren sollte man dann schon einen wesentlicheren Fortschritt bemerken.
Welche Technik unterrichten Sie?
Ich würde diese Technik als eine „universelle Stimmtechnik“ bezeichnen. Universell deshalb, weil man mit ihr eine gute Basis für jede mögliche Art zu singen legt. Sie zwingt die eigene Stimme nicht in eine bestimmte Richtung, sondern lässt die jeweilige Person selbst darüber entscheiden, welchen Weg sie / er einschlagen will. Natürlich werde ich aus meiner Erfahrung heraus versuchen, dazu eine Hilfestellung anzubieten! In erster Linie geht es aber darum, seine Stimme zu beherrschen und gewisse „stimmliche Anforderungen“, die z.B. ein Song oder Lied erfordert, möglichst gut erfüllen zu können.
Diese Technik eignet sich v. a für Musical, Pop (Rock) und Klassik!
Eine Einschränkung besteht lediglich für Leute, die schon eine (gute) gesangstechnische Basis besitzen und sich auf Jazzgesang spezialisieren wollen. Denen würde ich (aber nur unter der oben genannten Voraussetzung!) schon jemanden Anderen, der wirklich auf diese „Schiene“ spezialisiert ist, empfehlen. Ich denke hier sollte man ehrlich sein – denn mir scheint es oft äußerst suspekt, wenn jemand Alles (unterrichten) kann…
Ab wie viel Jahren kann und wie oft sollte man Unterricht nehmen?
Wenn wir von Einzelunterricht sprechen, denke ich, dass bei Mädchen 8 Jahre früh genug sind, um vorsichtig damit zu beginnen. Bei Burschen die gerne singen, würde ich mit einem Einzeltraining bis nach dem Stimmbruch warten. Davor gibt es natürlich auch die Möglichkeit in Kinderchören und ganz professionellen Einrichtungen, wie z. B. den Sängerknaben, Unterricht zu bekommen und eine gute Grundlage für eine ev. spätere sängerischen Laufbahn zu schaffen. Allerdings ist dies den meisten Burschen nach dem Stimmbruch nicht mehr möglich.
Unterricht kann man nicht oft genug nehmen. Vorsicht bei sehr jungen Stimmen ist geboten. In der Regel reicht aber einmal pro Woche. Bei weniger als 2 x pro Monat, wird man eher auf der „Stelle treten“. Ziel ist es, so viel Gespür und Selbstsicherheit zu bekommen, dass man die einzelnen Übungen auch (ohne Gefahr) alleine machen kann!
Wie kann ich wissen, ob ein Lehrer/in gut (für mich) ist?
Das ist tatsächlich das Schwierigste und auch Wichtigste, genau das herauszufinden, deshalb
widme ich der Beantwortung dieser Frage auch sehr viele Zeilen. Jeder kann und darf Gesang unterrichten, der sich dazu berufen fühlt. Wie soll nun aber ein Laie erkennen können, ob er/sie wirklich so gut ist, wie es auf der toll aufgemachten Homepage vermittelt wird? Am Professorentitel der vor dem Namen der/s Lehrerin/s steht? An der bisherigen Bühnenkarriere des Unterrichtenden? Am hohen Preis der für die Stunde verlangt wird?Meine eigene Erfahrung und auch die von vielen anderen Menschen, die sich irgendwann auf die Suche nach einem guten Gesangsunterricht begeben haben, spiegelt genau das oben erwähnte Dilemma wieder: eine/n guten Gesangslehrer/in erkennt man nämlich weder am Titel und der eventuell damit verbundenen Karriere des/derselben, auch nicht an der aufwendigen Homepage (mit Geld kann man ja bekanntlich alles machen!) und schon gar nicht am verlangten Stundenpreis. Selbstverständlich sind ein Titel und ein damit verbundenes Studium in Gesang, oder der Gesangspädagogik zumindest ein Nachweis für eine dementsprechende Ausbildung und ein daraus resultierendes „Know-how“. Genauso wie eine langjährige Bühnenerfahrung. Allerdings sind diese Kriterien (gerade im Gesang) nicht ausreichend. Jemand, der eine tolle Karriere auf der Bühne gemacht hat, bzw. jemand der auf der Uni gelernt hat, Gesang zu unterrichten, muss deshalb noch lange nicht das Talent besitzen, sein Wissen auch auf eine möglichst breite Palette von Menschen (und unterschiedlichen Stimmen!) wirkungsvoll zu übertragen. Er muss nicht zwangsläufig über die (psychologische und musikalische) Sensibilität und über das gute (differenzierte) Gehör verfügen, um die Möglichkeiten des stimmlichen Spektrums (des jeweiligen Schülers) erkennen und ausschöpfen zu können. Das sind „Dinge“, die man kaum erlernen kann und gerade Gesang ist eben auch eine psychologische und emotionelle Arbeit und keine rein rationale.
Mein Lieblingsbeispiel dazu: der erste wesentliche Lehrer des berühmten (bereits verstorbenen) Tenors Jussi Björling, war sein Zahnarzt. Natürlich ein Extrembeispiel, aber ein bezeichnendes. Demgegenüber stehen einige Professoren und Kammersänger, die ihre Schüler/innen im falschen Stimmfach (haben) singen lassen und ihnen dadurch wertvolle Jahre der sinnvollen Entwicklung
genommen haben. Auch das ist belegbar.
Aber noch mal: eine qualifizierte Ausbildung bzw. Bühnenerfahrung sind jedenfalls gute
Parameter bei der Auswahl einer Person, allerdings keine Garantie für eine Gesangskarriere!
Meine Meinung ist:
- sich zumindest 2 . 3 x Zeit nehmen um die jeweilige Gesangsstunde zu besuchen.
"Einmal ist keinmal"
- Wie singen die anderen Schüler/innen (siehe auch Hörprobe)?
Auch bei anderen Stunden oder einer Aufführung zuhören!
- Wie geht es mir nach 3 - 4 Monaten Unterricht.
Fühle ich mich wohl und hat sich stimmlich etwas (positiv) verändert.
- Sich nicht durch Äußerlichkeiten beeindrucken lassen.
Ein tolles Zimmer mit einem schicken Flügel und einem/einer .hübschen. Klaviervirtuosen/in schafft zwar ein gutes Arbeitsklima (was sicherlich nicht unwesentlich ist) aber sagt noch lange nichts über die Fähigkeit aus, jemanden beibringen zu können, wie man richtig singt.
Andere Möglichkeiten des Gesangsunterrichts?
Konkurrenz ist immer gut und gibt es natürlich mehr als genug. Es gibt meines Wissens einige Lehrer/innen die sehr gute Arbeit leisten und sich um ihre Schüler/innen bemühen und das ist auch mein bestreben, auch wenn das oft nicht so gelingt, wie man es sich selbst wünschen würde.
Was mich jedoch sehr verwundert und auch ein wenig ärgert, ist eine
Kommerzialisierung des Gesangsunterrichts, wie er gerade stattfindet.
Vor kurzem wurde wieder ein großes Gesangsstudio "aus der Taufe gehoben". Die jungen Betreiber und "Gesangslehrer" werben mit Kenntnissen die sie in einer bestimmten Methode erworben haben und stellen diese indirekt über jene (Methode/n) die die anderen "selbsternannten Gesangslehrer" (zit.) praktizieren. Das ganze hat eine "tolle Verpackung", angefangen von der schönen Homepage, mit schönen Menschen, bis hin zur (ohne Frage beeindruckend schönen) Location. Mir steht es grundsätzlich nicht zu, über diese Sache bzw. die Qualifikation dieser Leute zu urteilen und wenn ich mir das oberflächlich ansehe, bin ich, wie wahrscheinlich auch viele andere beeindruckt.
Doch aus meiner eigenen Erfahrung heraus weiß ich, das es einige Jahre braucht und ein breites Spektrum an Wissen (auch über verschiedenen Gesangsstile und Techniken) um ernsthaft unterrichten zu können. Also: sich nur auf eine Methode zu stützen ist sicher zuwenig und wenn jemand sich nur bei Rock und Pop auskennt (was den Einsatz der Stimme betrifft) ist das so, wie wenn ich nur auf der Autobahn fahren kann, aber nicht mehr auf der Landstraße, oder in der Stadt. Abgesehen davon finde ich es traurig, das auch hier nur mit Slogans und Versprechungen herumgeschmissen wird, nachweisbare Erfolge und nachvollziehbare Stimmfertigkeiten (außer die, die in der eigenen Methode erworben wurden) fehlen leider!
Zweifellos wird dieser, mit gutem Marketing und Organisation versehener Gesangsunterricht seine Kunden finden - die "Mc. Donaldisierung" des Gesangsunterricht hat (schon länger) begonnen, aber solange ich mich "irgendwo" gut aufgehoben fühle und dem ganzen nicht völlig kritiklos gegenüberstehe, muss man das, wie auch in vielen anderen Bereichen, wohl oder übel akzeptieren!
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